Interview mit Ali Qazi über die Republilk Mahabad
Ali Qazi ist der Sohn von Mohammed Qazi, dem Regierungschef der Republik Mahabad von 1946/1947. Als Jugendlicher erlebte er die ersten Monate kurdischer Unabhängigkeit und die Hinrichtung seines Vaters mit.
Warum wurde der Westen des Irans durch die Sowjetunion und Groß-Britannien besetzt? Welche Ziele verfolgten die Alliierten damit?
Damals, während des zweiten Weltkrieges, benötigte die Sowjetunion vernünftige, moderne Waffen, die sie selbst nicht hatte. Deswegen sollten diese modernen Waffen auf einem Weg in die Sowjetunion gebracht werden. Dafür war der Iran der günstigste Weg. Sie konnten über die Meere in den Persischen Golf kommen und von da aus über Landstraßen [die Waffen transportieren]. So war es am einfachsten, die Waffen an die Sowjetunion zu liefern. Deswegen haben im September 1941 die Alliierten den Iran besetzt. Die iranische Armee hat keinen Widerstand geleistet. Sie haben sofort die Waffen niedergestreckt und der alte Schah wurde ins Exil geschickt. Sein Sohn wurde als neuer König bestimmt.
Als die Alliierten den Iran besetzt haben, haben die Engländer, Franzosen und die Sowjets vom Norden her den Iran besetzt. So wurden dann später Tag und Nacht Waffen durch den Iran in die Sowjetunion geliefert. Es waren vor allem amerikanische Waffen. Die Amerikaner hatten keine Armee in den Iran geschickt. Sie hatte nur ein kleines Kontingent von Militärs dort gehabt. Und deswegen, wie gesagt, wurde Iran von den Alliierten besetzt.
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Es ist unbestritten, dass das kurdische Volk in diesem Prozess bitteres Lehrgeld gezahlt hat und auch selber bittere Fehler gemacht hat. Die innerkurdischen Kämpfe der neunziger Jahre aber auch manche Machtstrukturen in der heutigen Zeit haben sicher manchmal den Blick auf die Errungenschaften verblassen lassen. Aber ist es nicht Aufgabe der zu helfen?